Bildungsziele

Jugend des Deutschen Alpenvereins Grundsätze, Erziehungs- und Bildungsziele

Grundsätze, Erziehungs- und Bildungsziele

 1. Grundsätze verbandlicher Jugendarbeit

1. Die Jugend des DAV (JDAV) ist freier Träger einer allgemeinen Jugendarbeit, die sich als Ausgleich und Ergänzung anderer Erziehungs- und Bildungsbereiche wie z.B. Elternshaus, Schule, Universität und Arbeitswelt versteht.

2. Sinnvolle Jugendarbeit geht über die Gestaltung eines leicht konsumierbaren Freizeitangebots weit hinaus; sie bietet Raum für Lernerfahrungen, fördert die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und wirkt dabei sozial integrierend.

3. Die JDAV macht es sich als Jugendverband zur Aufgabe, den Wünschen und Bedürfnissen der Jugend politisches Gewicht zu verleihen und an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitzuwirken.

Die auf diesen Grundsätzen beruhenden Ziele und Inhalte der Jugendarbeit in der JDAV werden im folgenden umrissen.

2 Erziehungs- und Bildungsziele

Als Ziele unserer Arbeit betrachten wir insbesondere:

  • die Förderung der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen;
  • die Erziehung zu umweltbewusstem Denken und Handeln;
  • die Vermittlung sozialer Verhaltensweise und Ermutigung zum Engagement;
  • die Ausbildung zu einer verantwortungsvollen Ausübung des Bergsports;

Förderung der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen

1. Wir betrachten die Alpinistik in ihren vielfãltigen Spielarten und Ausprägungen, wozu wir auch bergsportliche Betätigungsformen außerhalb der Alpen zählen, als einen ausgezeichneten Weg, die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

In der Begegnung mit weitgehend ursprunglichen Lebensräumen und Landschaften lernen Jugendliche Freiheiten und elementare Abhängigkeiten kennen; Erfahrungen, die z.B. in Situationen im Gebirge gemacht werden (Konzentration auf den nächsten Schritt, Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten, Selbstüberwindung, Verantwortung, gegenseitiges Vertrauen, Naturgenuss, erfolgreiche Tourenplanung, Gipfelfreude...), stärken das Bewusstsein für die eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Das soll den Blick für das Wesentliche und Notwendige in einem komplexen Umfeld fördern - in der Alpinistik wie im Alltag.

2. Die Jugendlichen sollen in den Gruppen der JDAV nicht passive Konsumenten vorgegebener Programme sein, sondern sollen angeregt werden, eigene Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Aufgabe unserer Arbeit ist es einerseits, den Jugendlichen ihren Spielraum, ihre Freiheiten und Möglichkeiten aufzuzeigen und andererseits den Jugendlichen dabei zu helfen, Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen und zu überwinden. Jugendliche sollen ermutigt werden, sich mit Konflikten und Problemen auseinanderzusetzen, statt ihnen auszuweichen.

Erziehung zu umweltbewusstem Denken und Handeln

3. Den Jugendlichen sollem verantwortungsvoller Umgang mit der Natur vermittelt werden. Insbesondere sollen sie ihre Rolle als Naturnutzer reflektieren und sich der Abhängigkeiten menschlicher Existenz von natürlichen Lebensgrundlagen bewusst werden. Dazu müssen die Jugendlichen für die Vielfalt der Natur sensibilisiert werden und ihnen die Notwendigkeit des Naturschutzes vermittelt werden. Durch gemeinsame Unternehmungen in der Natur soll die Bereitschaft geweckt werden, sich für die Natur und ihren Schutz zu engagieren und Natursportarten umweltgerecht auszuüben.

Vermittlung sozialer Verhaltensweise und Ermutigung zum Engagement

4. Die Erfahrung der Geborgenheit und des gegenseitigen Vertrauens in einer Gruppe gibt den Jugendlichen Sicherheit. In der Gruppe können sie Verhaltensweisen ohne äußeren Druck erlernen und erproben. Damit wird ihnen eine Chance geboten, soziales Verhalten (z. B. Hilfsbereitschaft, Solidaritãt, Toleranz...) zu entwickeln und die Regeln zwischenmenschlicher Kommunikation (z.B. Verständigen, Überzeugen, Nachgeben...) einzuüben. Die vielfàltigen Entfaltungsmöglichkeiten, die eine Gruppe bietet, stãrken auch das Bewusstsein für Eigenständigkeit innerhalb eines sozialen Umfelds. Das fordert den toleranten Umgang mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und schafft die Voraussetzung für eine gleichberechtigte Partnerschaft mit der ãlteren Generation.

5. Die Vermittling demokratischen Denkens und Handelns und die Ermutigung zu sozialer und politischer Aktivität sind wichtige Ziele der Jugendarbeit in der JDAV. Die Jugendlichen sollen motiviert werden, sich zu engagieren und Verantwortung für andere und zusammen mit anderen zu übernehmen.

Ausbildung zu einer verantwortungsvollen Ausübung des Bergsports

6. Den Jugendlichen soll das notwendige fachliche Können und Wissen vermittelt werden, damit sie an ihrer alpinistischen Betätigung Freude haben, ohne dabei sich oder andere zu gefàhrden.

7. Bei Jugendlichen trifft man haufig den Wunsch an, die eigenen Grenzen auszuloten. Die Leistungsanforderungen bei alpinistischer Betätigung entsprechen dem, gehen aber darüber hinaus und bieten damit ideale Voraussetzungen, Jugendliche ganzheitlich zu fordem. Die Beweggründe, das Leistungsziel und die Art des Leistungsstrebens müssen kitisch hinterfragt werden; das gilt für die Gruppe wie für den Einzelnen. In unserer Arbeit müssen wir daher Anstöße geben, die es den Jugendlichen ermöglichen, eine kreative und verantwortungsvolle, d. h. nicht selbstzerstörerische, umweltschädigende oder unsoziale Einstellung zur Leistung zu finden.

3 Grundlagen zur Umsetzung der Erziehungs- und Bildungsziele

1. Unser wesentliches Betätigungsfeld ist die Alpinistik in ihren vielfältigen Spielarten.

2. Die Umsetzung de Erziehungs- und Bildungsziele findet vor allem in den Jugendgruppen der Sektionen statt,

3. Deshab ist eine dem Zweck entsprechende Ausbildung aller Jugendleiterinnen und Jugendleiter des DAV erforderlich, die durch eine kontinuierliche Fortbildung bewahrt und weiterentwickelt werden muss.

4. Darüber hinaus nimmt die Jugend des Deutsehen Alpenvereins am allgemeinen pädagogischen Diskurs teil (z.B. durch Veröffentlichungen, Multiplikatorenschulung zur Erlebnispädagogik, Gremienarbeit, Stellungnahmen, Pilotprojekte, etc..). Durch offene Maßnahmen, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit sollen auch Jugendliche erreicht werden, die bislang nicht in einer Jugendgruppe der JDAV organisiert sind. Die Erziehungs- und Bildungsziele sind mit der gesellschaftlichen Entwicklung verknüpft und müssen deshalb regelmäßig auf ihre Gültigkeit und Aktualität hin uberprüft werden.

In der vorliegenden Form vom Jugendausschuss am 29. Marz 1998 verabschiedet

Bergwetter